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Das Wort Leinen stammt vom lateinischen "linum" ab und bedeutet so viel wie Faden oder Seil. Der Leinen, auch als Flachs oder Bast bezeichnet, ist zusammen mit dem Hanf eine der ältesten Nutzpflanzen der Menschheit. Archäologische Funde vom Toten Meer, aus Mesopotamien (Zweistromland) und Ägypten belegen die Nutzung von Leinen als Faserpflanze bereits in der Frühzeit. Schon vor etwa 10000 bis 12000 Jahren wurde von den Phöniziern und den Altägyptern nachweislich Flachs zur Stoffherstellung angebaut. Mumien aus der Zeit der Pharaonen wurden nach der Balsamierung in Tücher aus Leinenstoff gewickelt, die sich teilweise noch heute (nach 7000 Jahren) in gutem Zustand befinden. Das zeigt wie hochwertig und robust der Leinenstoff ist. Doch nicht nur die Faser vom Flachs wurde genutzt, sondern auch die Samen der Pflanze. Leinsamen und das daraus gewonnene Öl waren bereits vor etwa 9000 Jahren belegbar ein Teil der Nahrung der Menschen und wurden zur Herstellung von Farben und Leim verwendet. Die Nutzung von Flachs zur Fertigung von Leinenstoffist auch in Europa schon seit vorchristlicher Zeit belegt.
Im frühen Mittelalter wurde Leinen weltweit zur bedeutendsten Nutzpflanze überhaupt. Die Kleidung aller Bevölkerungsschichten war zu dieser Zeit meist aus gewebtem Leinenstoff hergestellt. Da der Flachs gegenüber der Tierwolle große Vorteile hatte. So machte die leichte Verarbeitung sowie die guten Trageeigenschaften von Leinen ihn zur beliebten Handelsware. Bis heute sind Leinenstoffe ein vielseitiges Produkt der weltweiten Textilindustrie.